Was Eltern über Musical.ly bzw. TikTok wissen sollten

von Das Bitdefender Team, veröffentlicht am 05 März 2019

Hier klären wir drei wichtige Fragen, die Eltern über TikTok wissen sollten: Was ist TikTok? Ist TikTok für Kinder geeignet? Wie können wir unsere Kinder auf TikTok schützen?

 

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Was ist Musical.ly bzw. TikTok?

Musical.ly (das 2018 in TikTok umbenannt wurde) ist eine kostenlose Social-Media-App, mit der die Benutzer („Muser“ genannt) 15- oder 60-sekündige Videos erstellen und mit einem Soundtrack unterlegen können. Die erstellten Videos können über die App veröffentlicht werden und von Followern gesehen und kommentiert werden. Mit Instagram-ähnlichen Filtern und Effekten kann sich jeder ganz leicht wie ein Popstar aussehen lassen. Jeden Tag werden über 13 Millionen Videos hochgeladen, von denen naturgemäß einige beliebter sind als andere. Gemessen wird die Beliebtheit in „Fans“ und „Herzen“, die für Videos, die einem gefallen, vergeben werden können.

Musical.ly bzw. TikTok hat seine eigene Riege an Influencern, von denen die besten bis zu 300.000 Euro für einen gesponsertem Post bekommen (Daten von Influencer Marketing Hub (englisch)).

Die App wird immer beliebter. Laut der Bitdefender-Studie „Teens and Online Threats“ (dt.: „Jugendliche und Online-Gefahren“) vom Dezember 2017 benutzen 38 % der Befragten die App.

Die App ist im Wesentlichen ein harmloser Zeitvertreib, aber einiger Sicherheitsrisiken sollten sich Eltern schon bewusst sein.

Ist Musical.ly (TikTok) für Kinder geeignet?

Die Zielgruppe der App sind jüngere Jugendliche. Alex Zhu (Entwickler von Musical.ly) kam die Idee für die App, als er im kalifornischen Mountain View ein paar Teenager im Zug beobachtete (englisch). „Einige der Jugendlichen hörten Musik, die anderen schossen Selfies oder Videos, fügten Filter hinzu und schickten Sie an ihre Freunde.“

Offiziell muss man 13 Jahre alt sein, um ein Konto bei TikTok (Musical.ly) zu eröffnen, da man aber selbst seinen Geburtstag eingibt, können auch jüngere Kinder ganz einfach ein Konto erstellen. Hier sollten Eltern wachsam sein. Die Gefahr nicht altersgemäße Inhalte zu sehen (Lieder und Videos, die von Alkohol, Tabak, Sex, Drogen usw. handeln oder laszive Tanzeinlagen enthalten) ist recht groß.

Eltern sollten auch überlegen, was ihr Kind zu tun bereit wäre, um Beliebtheit zu erlangen, und wie es mit dem Druck umgeht, immer noch mehr Fans und Herzen zu bekommen.

Kritisch kann auch die Funktion der LIVE-Übertragungen (früher „Live.ly“) sein. In einer LIVE-Übertragung werden Videos direkt gestreamt, wodurch Sicherheitsgedanken leichter ausgehebelt werden und die Gefahr besteht, versehentlich persönliche Informationen preiszugeben.

Junge Benutzer wissen oft nicht, was sie (nicht) über Social Media mit anderen teilen sollten, und wie sie reagieren sollten, wenn ein Fremder sie nach einem Foto, dem Namen oder anderen persönlichen Informationen fragt.

Und nicht zuletzt besteht hier, wie auf anderen Plattformen auch, die Gefahr des Cyber-Mobbing.

So können Sie Ihr Kind auf Musical.ly (TikTok) schützen

TikTok (Musical.ly) macht Spaß und eröffnet viel Raum für Kreativität. Aber bevor Eltern ihr Kind die App nutzen lassen, sollten sie die folgenden Sicherheitsmaßnahmen ergreifen:

Stellen Sie das Konto Ihres Kindes auf „Privates Konto“, damit nur genehmigte Follower die Videos Ihres Kindes sehen können.

Verbergen Sie den Standort in den Einstellungen und schärfen Sie Ihrem Kind ein, zu Hause keine LIVE-Übertragungen zu filmen.

Begleiten Sie Ihr Kind bei der Nutzung der App, zumindest für den Anfang, um sicherzugehen, dass Ihr Kind grundlegende Cyber-Sicherheitsregeln versteht und mit entstehendem Gruppendruck gut umgehen kann.

Bringen Sie Ihrem Kind bei, Fremde im Zweifel nicht als Follower zu genehmigen und auf Fragen nach dem Namen, der Adresse, Telefonnummer oder Nacktbildern/-videos nicht zu reagieren.

Für Kinder ist TikTok ein digitales Wunderland. Wenn Sie davon träumen, Sänger, Filmemacher oder dergleichen zu werden, ist die App eine schöne Spielwiese, um erste Ideen auszuprobieren und sich von anderen inspirieren zu lassen. Aber, wie bei Social Media generell, dürfen Reaktionen und Kommentare auf die eigenen Videos nicht zu ernst genommen werden oder gar das Selbstwertgefühl bestimmen.

Das Bitdefender Team

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