Uber-Sicherheitschef nach Vertuschung von massivem Datendiebstahl entlassen

von Luana Pascu, veröffentlicht am 23 November 2017

Der Uber-Sicherheitschef Joe Sullivan und der ihm unterstellte Rechtsanwalt wurden entlassen, nachdem sie 100.000 Dollar an Hacker bezahlt hatten, um einen massiven Datendiebstahl, der sich im Oktober 2016 zugetragen hat, zu vertuschen.

Dies wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag vom Geschäftsführer des Unternehmens bestätigt. Der Anbieter von Fahrdiensten wurde Opfer eines Angriffs, nachdem zwei Hacker die Anmeldedaten für das Amazon Web Services-Konto geknackt hatten, unter dem die Daten von Uber gespeichert waren.



Der Datendiebstahl betraf Uber-Kunden weltweit, aber die Opfer und die Regulierungsbehörden wurden zu keinem Zeitpunkt darüber informiert. Die Hacker haben bei dieser Aktion die Namen und Autokennzeichen von etwa 600.000 Autofahrern in den USA und die personenbezogenen Daten (Namen, E-Mail-Adressen und Mobilfunknummern) von 57 Millionen Kontoinhabern ergaunert. Dabei drangen sie weder in die Systeme oder in die Infrastruktur des Unternehmens ein, noch gelang es ihnen, Informationen zum Verlauf der einzelnen Touren, Kreditkartennummern, Bankdaten, Sozialversicherungsnummern oder Geburtsdaten zu stehlen, wie der Uber-Chef Dara Khosrowshahi beteuerte.

Das alles hätte nicht passieren dürfen, und ich werde auch nicht nach Ausflüchten suchen. Ich kann das Vergangene zwar nicht ungeschehen machen, aber ich kann im Namen aller Mitarbeiter von Uber versichern, dass wir aus unseren Fehlern lernen werden“, so Khosrowshahi. „Wir krempeln derzeit unsere Geschäftsabläufe um, wobei wir Seriosität in den Fokus aller unserer Entscheidungen stellen und hart daran arbeiten, das Vertrauen unserer Kunden zurückzuerobern.

Der vormalige Uber-Geschäftsführer Travis Kalanick wurde anlässlich gesonderter Ermittlungen der US-Bundeshandelskommission im Rahmen von Datenschutzverletzungen im November 2016 über den Vorgang unterrichtet.

Uber versichert, dass die gestohlenen Daten vernichtet wurden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Informationen ist noch nichts über eventuelle Betrügereien oder den Missbrauch dieser Daten bekannt. Die betroffenen Konten werden überwacht und speziell gegen Betrug geschützt.

Luana Pascu

From a young age, Luana knew she wanted to become a writer. After having addressed topics such as NFC, startups, and tech innovation, she has now shifted focus to internet security, with a keen interest in smart homes and IoT threats.