Spyware – Der Spion auf Deinem PC

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen sich Hacker nur aus "sportiven" Motiven Zugang zu fremden PCs verschafften. Heute geht es in den meisten Fällen um Geld. Cyber-Kriminelle haben ihre Aktivitäten ausgeweitet, um an Online-Bankdaten oder Bitcoins (elektronisches Geld für Online-Einkäufe) von Web-Nutzern zu kommen.

Eine wichtige Waffe im Arsenal der Kriminellen ist Spyware. Unter Spyware versteht man alle Programme, die ohne Wissen des Nutzers auf einem PC oder Handy aktiv sind. Die Software protokolliert Benutzereingaben mit, etwa wenn sich der Nutzer in einem Onlineshop, bei eBay oder auch auf seinem Facebook-Konto einloggt. Diese Daten übermittelt das Programm an Hacker, die sie wiederum für ihre Zwecke missbrauchen.

Laut einer Studie des IT- und Telekommunikationsverbandes Bitkom räumten 2012 rund 16 Prozent der Web-Nutzer in Deutschland ein, dass sie bereits einmal Opfer von Ausspähversuchen mittels Spyware waren und ihnen Zugangsdaten für Online-Services, Auktionsplattformen oder Banken abhandenkamen. Insgesamt wurden 2012 die Account-Daten von mehr als 8,5 Millionen deutschen Web-Nutzern ausgespäht.

(Bild: Bitkom)

Sicherheitsbedenken nehmen auch weiterhin bei den Nutzern zu. Während sich laut Bitkom 2011 noch nur etwas mehr als die Hälfte der Internetnutzer Sorgen um Ihre Daten machten, gaben 2013 schon 66 Prozent der Befragten an, dass ihre Daten im Netz eher oder völlig unsicher sind.

Spyware hat viele Gesichter

Spionagesoftware tritt in verschiedenen Arten auf, etwa als Keylogger, der Tastatureingaben von PC-Nutzern aufzeichnet oder als Trojaner, mit deren Hilfe ein Angreifer beispielsweise die Informationen auf dem Bildschirm des Users mitlesen kann. Eine weitere Spielart von Spyware sind Browser-Hijacker. Diese Programme ändern die Standard-Einstellungen des Webbrowsers, manipulieren Such- und Symbolleisten oder erstellen Verknüpfungen auf dem PC-Desktop. Zudem kann ein gekaperter Webbrowser Nutzerinformationen sammeln und den Nutzer bei jedem Start des Browsers zu Webseiten mit Werbung führen.

Spyware im Vergleich zu Adware

Häufig werden Spyware und Adware gleichgesetzt. Das ist falsch! Spyware zielt ausschließlich darauf ab, Identitätsdaten zu stehlen, die auf einem Rechner oder Mobilgerät gespeichert sind. Adware ist dagegen Software, die auf dem Rechner Werbung anzeigt, gleichzeitig aber Informationen über das Nutzerverhalten sammelt und an den Auftraggeber weiterleitet, etwa welche Webseiten der Nutzer besucht.

Adware ist zudem häufig in kostenfreien Versionen von Software integriert. Mit den Daten über sein Surfverhalten "bezahlt" der Nutzer gewissermaßen für das Programm. Sicherheitssoftware wie etwa die von Bitdefender, enthalten Funktionen, mit denen sich dieses "Tracking" von Nutzeraktivitäten unterbinden lässt.

Laut dem "Threat Landscape Report" von Bitdefender waren Spyware und Adware im ersten Halbjahr 2012 die zweibeliebteste Angriffswaffe von Cyber-Kriminellen. Im zweiten Halbjahr 2012 ist das Risiko von Sypware und Adware auf 4,73% und im zweiten Halbjahr 2014 auf 3,66% gesunken, stellten aber weiterhin ein gefährliches Risiko dar.

Wie sich Spyware bemerkbar macht

Spionageprogramme haben nur dann ein einfaches Spiel, wenn der Nutzer keine IT-Sicherheitssoftware einsetzt oder auf kostenlose Programmversionen zurückgreift, die in der Regel nicht den gleichen Schutz bieten wie Vollversionen. Anzeichen dafür, dass ein System von Spyware befallen wurde, sind unter anderem:

  • Der PC, das Tablet oder das Smartphone reagieren langsam, vor allem beim Internet-Surfen.
  • Es tauchen Pop-up Fenster mit Werbung auf.
  • Der Browser verweist plötzlich auf eine andere Startseite. Dieser Eintrag lässt sich zudem nicht mehr ändern.
  • Der Computer reagiert häufig nicht mehr und wird mehr und mehr instabil.
  • Updates von Sicherheitsprogrammen werden abgebrochen und Einträge in einer vorhandenen Firewall geändert.
  • Bei einer Web-Suche mit Google, Bing oder Yahoo werden eigenartige Resultate angezeigt, häufig zudem auf einer separaten Webseite.
  • Dem Desktop werden automatisch neue Symbole hinzugefügt.

Maßnahmen gegen Spyware

Sich vor Spyware zu schützen, ist im Internet-Zeitalter essenziell. Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, auf allen Rechnern und mobilen Geräten zu Hause und im Unternehmen eine wirkungsvolle Antivirus- und Antispyware-Software zu installieren, beispielsweise Bitdefender Internet Security oder Bitdefender Client Security. Solche Programmpakete bieten einen umfassenden Schutz vor Spyware, Trojanern, Viren, Spam, Phishing-Attacken und anderen Gefahren.

Weiterhin sollte der Anwender eine Firewall nutzen. Diese ist in den Antivirenprogrammen führender Anbieter bereits enthalten. Firmen können zusätzlich zu den Personal Firewalls auf den Client-Rechnern eine separate Hardware-Firewall implementieren. Firewalls verhindern unkontrollierte Zugriffe auf Server, PCs und andere Rechner durch externe Angreifer.

Wichtig ist zudem, regelmäßig Updates und Patches für Anwendungen und Betriebssysteme einzuspielen. Denn Angreifer nutzen Sicherheitslücken in diesen Programmen, um Spyware und Trojaner auf fremden PCs zu platzieren.

Beim Surfen im Internet und der Nutzung von Social-Media-Plattformen sollten Nutzer zudem ein gesundes Misstrauen an den Tag legen. Bei kostenlosen Angeboten, etwa Downloads von Software, Filmen oder Musik, ist Vorsicht geboten, ebenso beim Besuch von Webseiten, die man nicht kennt. Teilweise verstecken Angreifer auf solchen Websites Schadsoftware, die den Rechner des Besuchers auf Schwachstellen hin untersucht und eigene Programme darauf installiert.

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